Hanspeter Schläfli: Vom Gärtnermeister zum Gemeindeammann

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Hanspeter Schläfli vor einer der grösseren Baustellen auf Oftringer Gebiet: Die SBB-Überführung Bernstrasse. (Bild: Lilly-Anne Brugger)
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(Bild: Lilly-Anne Brugger)

Hanspeter Schläfli ist im Schuss. Der Termin mit der Journalistin ist sein siebter Termin an diesem Tag, anschliessend geht es weiter an die Jugendveranstaltung Connect, die dieses Jahr in Oftringen stattfindet. «Ja, die Agenda ist jeden Morgen spannend: Was erwartet mich heute, welche Termine sind dazugekommen?», sagt der neue Oftringer Gemeindeammann und lacht. Früher, als er noch Gärtnermeister mit eigener Gärtnerei war, haben seine Frau Susanne und er eine gemeinsame Agenda geführt. Nun haben beide je eine eigene. «Uns ist wichtig, dass wir trotz getrennter Agenda auch weiterhin unsere gemeinsamen Freiräume einplanen», betont der 58-Jährige. Die Familie ist dem dreifachen Familienvater wichtig. Die erwachsenen Söhne sind bereits ausgezogen, Schläfli und seine Frau Susanne räumen die im letzten Jahr geschlossene Gärtnerei und Blumengeschäft auf. «Der Betrieb war sechs Generationen in Familienbesitz. Da kommen beim Räumen schon Emotionen hoch», so Schläfli. Im August wird ein Chirurg im ehemaligen Blumengeschäft seine Praxis eröffnen.

In die Höhe wachsen
Hat der Gärtnermeister früher Pflanzen gepflegt und beim Wachstum begleitet, ist es heute Oftringen. In den vergangenen zwanzig Jahren ist die Gemeinde um rund 3500 auf 13 600 Einwohner gewachsen. «Das ist gut und schlecht zugleich», sagt der FDP-Gemeindeammann. Seit er 2012 in den Gemeinderat gewählt worden ist, war er zuständig für Soziales und Kultur, jetzt arbeitet er sich unter anderem ins Ressort Bau ein. Und da passiert im Moment in Oftringen einiges, nicht nur wegen der zahlreichen neuen Einwohner. Die Bau- und Nutzungsordnung (BNO) wird überarbeitet. Verdichtetes Bauen ist das Stichwort. Vis-à-vis des Perry Center soll es beispielsweise eine Einzonung in die Industriezone geben, entlang der Neuen Luzernerstrasse und der Baslerstrasse sollen teilweise vierstöckige Bauten möglich werden. «Noch ist nichts entschieden, wir befinden uns mitten in der Vernehmlassung», betont Schläfli. Das Dossier hat die Bauverwaltung in den vergangenen 1½ Jahren noch unter Schläflis Vorgänger Julius Fischer vorbereitet, Schläfli ist nun mit der Durchführung betraut. «Als Gemeinderat war ich immer über die Entwicklungen in diesem Dossier informiert. Die Details werden mir aber erst jetzt bewusst.»

Bevölkerungswachstum
Oftringen wird auch weiterhin wachsen. Der Kanton geht von weiteren 3000 Einwohner bis 2040 aus. Das heisst, die Infrastruktur muss diesem Wachstum angepasst werden. Wasserleitungen und Strassen erneuern, genügend Schulhäuser bereitstellen. Laut Berechnungen kommen in den nächsten Jahren geburtenstarke Jahrgänge in den Kindergarten. Das neueste Oftringer Schulhaus mit Mehrfachkindergarten ist erst knapp vier Jahre alt. Braucht es nun schon ein neues? «Das weiss ich noch nicht», sagt Schläfli. Die nächste Sitzung für die Schulraumplanung findet im Juni statt. «Sicher ist aber: Bei den Turnhallen kommen wir an den Anschlag.» Doch mit einer Nettoschuld von über 48 Millionen Franken, kann eine neue Turnhalle nicht einfach so finanziert werden. «Wir hoffen immer noch, dass jemand aus Oftringen bei Euro-Millions gewinnt», sagt Schläfli lachend. Er betont aber gleichzeitig, dass der Jahresabschluss 2017 nicht so schlecht gewesen sei und auch etwas Schulden abgebaut werden konnten. «Wir setzen nun unter anderem auf den neuen Finanzausgleich. Gemeinden mit geringem Steuereinkommen pro Kopf werden entsprechend entschädigt. Wir in Oftringen profitieren davon», so Schläfli. Bei der Revision der BNO legt der Gemeinderat Wert darauf, dass die Neubauten gewissen qualitativen Standards genügen. Alle Zimmer sollen beispielsweise Mindestgrössen erreichen. So soll erreicht werden, dass bessere Steuerzahler nach Oftringen kommen und das momentan unterdurchschnittliche Pro-Kopf-Steuereinkommen erhöht werden kann.

Zusammenwachsen im Innern
Während die Gemeinde Oftringen überall in die Höhe wächst, musste der neue Gemeinderat in den vergangenen drei Monaten vor allem zusammenwachsen. Drei von fünf Gemeinderäten sind neu im Amt, der Ammann und sein Vize haben zwar Ratserfahrung, stehen aber erstmals an der Spitze des Gemeinderates. «Ich bin froh, konnte ich erst Erfahrung als Gemeinderat sammeln, bevor ich das Vollamt als Gemeindeammann angetreten habe», sagt Hanspeter Schläfli. Sein Bruder Walter startete vor vier Jahren in Strengelbach in einem komplett neugewählten Gemeinderat. «Das war eine richtige Herausforderung», sagt Hanspeter Schläfli anerkennend. Er freut sich, dass er nun wie sein Bruder fürs Bauen in seiner Wohngemeinde zuständig ist und sie auch mal gemeinsam an einer Sitzung teilnehmen.

Wachsen an Sicherheit
Nach drei Monaten haben sich die Oftringer Gemeinderäte gefunden. «Ich bin positiv überrascht, wie gut wir fünf zusammenarbeiten», sagt Schläfli. Sie könnten miteinander sachbezogen diskutieren, gemeinsam anpacken, aber auch mal lachen. Als Nächstes will das Gremium die Legislaturplanung in Angriff nehmen. Noch vor den Sommerferien soll sie publiziert werden. Und dann steht auch schon die nächste Gemeindeversammlung am 14. Juni an mit Budget, Rechenschaftsbericht und verschiedenen Strassenbauvorlagen. Im Gegensatz zu den anderen neuen Gemeindeammännern im Bezirk hat Hanspeter Schläfli seine erste Gemeindeversammlung bereits hinter sich. «Ja, ich war nervös. Aber das darf ich doch auch sein, oder?», meint er rückblickend. Die Anwesenheit seiner drei Vorgänger habe auch entsprechend Druck gemacht, sagt er mit einem Augenzwinkern.

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